Oslo Backpacker Erkundung

Backpacking Packliste

Lesezeit: 7 Minuten

Die Planung der Backpacking-Reise ist die eine Sache, die richtigen Dinge einzupacken die andere. Die hier aufgeführte Packliste ist während meiner Reisen rund um die Welt entstanden und durch jedes Abenteuer nochmals optimiert worden. Diese minimalistische Packliste beinhaltet nur die wichtigsten Dinge, die du wirklich benötigst. Es ist nichts nerviger, als zu viel Gepäck zu schleppen und alles immer wieder ein- und auszupacken. Hast du etwas vergessen, kannst du es dir einfach nachkaufen. Bei der Packliste spielt es keine Rolle, ob du eine Woche, einen Monat oder ein Jahr unterwegs bist. Die Packliste bleibt die gleiche.

Kleidung einpacken Rucksack
Hier erfährst du, was du für dein Backpacking-Abenteuer einpacken musst. © Sarah Brown

Tipp: Wenn du rechtzeitig planst, musst du dir fehlende Ausrüstung nicht selbst kaufen. Du kannst sie dir einfach zu Weihnachten, dem nächsten Geburtstag oder zwischendurch wünschen. Mein Backpack war beispielsweise ein Weihnachtsgeschenk und die Vorhängeschlösser gab es zum Geburtstag.

🎒 Rucksack

Eine heiß diskutierte Frage im Internet ist: „Soll ich einen Rucksack oder Koffer für meine Reise nutzen?“ Die Antwort darauf ist sehr einfach: Ein Rucksack ist für ein Backpacking-Abenteuer die beste Möglichkeit, flexibel zu reisen. Mit einem Koffer bist nicht nur unflexibel, sondern auch noch unbeweglich, weil du ihn nicht auf dem Rücken tragen kannst. Ich selbst spreche da aus langjähriger Erfahrung und bin durch meine Reisen von Reiserucksäcken überzeugt. Die Praxis beweist es, du wirst bei deiner Reise keine:n Backpacker:in mit Koffer sehen.

Frau Rucksack Wald Berge
Den passenden Rucksack zu finden ist gar nicht mal so schwer. © Nguyen Le Viet Anh

Es gibt zwei Unterschiede von Reiserucksäcken. Es gibt große Rucksäcke, auch Backpack genannt, und es gibt kleinere Rucksäcke, die Daypacks genannt werden. Der große ist für dein Reisegepäck und die Strecken von Ort zu Ort und der kleine für Tagesausflüge gedacht. Ein Backpack ist dabei Pflicht und ein Daypack optional. Ich selbst nutze immer einen „Turnbeutel“ als Daypack. Der nimmt wenig Platz weg und ich kann ihn gut im Backpack verstauen.Wichtig beim Kauf deines Backpacks ist, dass du auf einen renommierten Markenrucksack setzt. Die kosten zwar zwischen 100€ und 150€, halten dafür aber ewig. Ich selbst nutze meinen Rucksack seit zehn Jahren und dieser wird mich sicherlich noch weitere zehn Jahre begleiten. Auf Reisen habe ich mehrere Backpacker:innen kennengelernt, die billige 50€ Backpacks dabei hatten und bei denen nach einem Monat bereits die Reißverschlüsse kaputt gegangen sind. Der Rucksack ist dein wichtigster Begleiter, an dem du nicht sparen solltest.

  • Reiserucksack (Englisch: Backpack)
  • Tagesrucksack (Englisch: Daypack)
  • Dry Bag & Organizer
  • Backpack-Regencover

Tipp: Du bist dir nicht sicher, welcher Backpack am besten zu dir passt? Eine Füllmenge von 60 Litern reicht vollkommen aus und du kannst Backpacks in Outdoor-Fachgeschäften ausprobieren. Dort wird dir der Verkäufer extra Gewicht in den Rucksack legen, damit du weißt, wie er sich gepackt anfühlt.

👕 Kleidung

Wenn es um die Anzahl der Kleidungsstücke auf der Packliste geht,scheiden sich die Geister, da jeder eine andere Vorstellung davon hat, was wichtig ist. Aus diesem Grund solltest du dir genau überlegen, was du von den aufgeführten Dingen wirklich benötigst, und was du Zuhause lassen kannst. Um herauszufinden wie viele Kleidungsstücke du mitnehmen solltest, kannst du mit einem einfachen Trick arbeiten: Lege die Kleidungsstücke, die du mitnehmen willst, in eine Ecke deines Zimmers und nutze nur diese Kleidungsstücke für zwei Wochen. Du wirst schnell merken, ob dir etwas fehlt oder ob du etwas zu viel eingeplant hast. Waschen ist natürlich erlaubt, da du das auch während deiner Reise machen kannst. Alles was zu viel ist, packst du wieder aus und alles was fehlt kommt mit auf deine Backpacking-Packliste. Hier mein Vorschlag:

  • T-Shirts – Merinowolle ist ideal zum Reisen
  • kurze Hosen, Röcke oder Kleider
  • Lange Hose – eine reicht vollkommen aus
  • dünner Pullover – für kühlere Abende
  • dicker Pullover – falls es doch mal kalt wird
  • Socken – natürlich paarweise 
  • Unterwäsche – passt zum Waschrhythmus
  • Sportschuhe – für längere Strecken
  • schöne Schuhe – falls du mal ausgehst
  • Badehose oder Bikini – das Meer wartet schon
  • Sonnenbrille – passende für den Strand & Stadt
  • Regenjacke – falls es doch mal regnen sollte
Backpacking Packliste
Meine Kleidungsstücke vor dem Einpacken und Start meiner Weltreise. © Julian Trometer

Die meisten Reisenden machen eine Backpacking-Reise zur Sommerzeit im jeweiligen Land. Deshalb ist mein Vorschlag  daran angepasst. Solltest du jedoch im Winter reisen, ist es natürlich sinnvoll eine dicke Jacke, eine Mütze und einen Fleece-Pullover einzupacken. Der Pullover ist auch im Frühling und Herbst sehr sinnvoll, weil es abends und morgens kühl sein kann.

Tipp: Du solltest Kleidung für 7-10 Tage einpacken. Überall auf der Welt gibt es Waschsalons und fast alle Hostels haben auch eine Waschküche. Reist du durch Südostasien gibt es sogar unzählige Wäschereien, die nach Kilopreisen deine Wäsche waschen und sogar bügeln.

🛁 Kulturbeutel

Fast alles das, was du Zuhause benötigst, solltest du auch auf die Reise mitnehmen. Am besten in kleiner, auslaufsicherer und leichter Variante. In meiner Auflistung verlinke ich deshalb zu guten Alternativen für dein Backpacking-Abenteuer. Du kannst deine Badutensilien natürlich auch bei einer der großen Drogerieketten kaufen, jedoch sind die Reisegrößen deutlich teurer und nicht umweltfreundlich verpackt. Einen Reiseföhn kannst du Zuhause lassen, da alle Unterkünfte einen Föhn zum Leihen anbieten.

  • Zahnbürste & Zahnpasta – ist immer gut
  • Feste Reiseseife – kann nicht auslaufen
  • Reisehandtuch idealerweise aus Mikrofaser
  • Sonnencreme schützt dich vor Hautkrebs
  • Erste Hilfe Set am besten in Reisegröße
  • Rasierer & Rasierschaum
  • persönliche Medikamente
  • sonstige Hygieneartikel

Tipp: In einen Reisekulturbeutel kannst du alles kompakt verstauen und diesen in der Unterkunft im Bad aufhängen. Außerdem kannst du ihn schnell zusammenfalten und hast einen extra Auslaufschutz für Flüssigkeiten.

📄 Unterlagen

All deine wichtigen Unterlagen solltest du an einem Ort aufbewahren. Am besten eignet sich dazu ein Organisator oder ein Fach in deinem Backpack. Bei allen Reisen gilt immer, dass die wichtigsten Gegenstände Ausweis/Reisepass und Bargeld/Kreditkarte sind. Alles andere kann ersetzt werden. Ein geklauter Rucksack kann nachgekauft werden, ein fehlender Reisepass hingegen führt zu viel größeren Problemen und ist schwerer zu beschaffen. Daher passe auf diese zwei Dinge immer ganz besonders gut auf!

Tipp: Eine digitale Kopie deiner Unterlagen kann sehr nützlich sein. Da du dich im Falle eines Verlustes noch ausweisen kannst. Erstelle am besten einen Ordner mit allen wichtigen Unterlagen in deiner Cloud. Manche Onlinebanken bieten dir auch einen digitalen Tresor an, indem die Kopien abgelegt werden können.

⛺ Camping

Solltest du während deines Backpacking-Abenteuers mit dem Zelt unterwegs sein, enthält deine Packliste etwas mehr Equipment. Die wichtigsten Gegenstände dabei sind Zelt, Schlafsack und Isomatte. Natürlich kannst du auch deutlich mehr einpacken, aber du solltest auf das Gewicht achten. In den meisten Fällen lohnt es sich, die Camping-Ausrüstung vor Ort zu kaufen. Abreisende Backpacker:innen verkaufen dort meist günstig ihr nicht mehr benötigtes Equipment.

  • Zelt
  • Schlafsack
  • Isomatte
  • Kopfkissen
  • Campingkocher
  • Campingbesteck
  • Campinggeschirr
  • Taschenmesser
  • Kopfleuchte
Camping Packliste Zelt
Gehst du campen, wirst du deine Packliste erweitern müssen. © Kevin Ianeselli

📸 Technik

Eine richtige Packliste für die technische Ausrüstung gibt es nicht, sondern eher nur Empfehlungen was du gebrauchen könntest. Es kommt nämlich darauf an, was du während deiner Reise machst. Solltest du arbeiten wollen empfiehlt sich ein Laptop, ansonsten reicht ein Smartphone oder Tablet vollkommen aus. Fotografierst du gerne, darf eine Kamera samt Ausrüstung natürlich nicht fehlen. Gleiches gilt natürlich auch für sämtliche andere Technik.

  • Smartphone – am besten ohne Simlock
  • Laptop oder Tablet – optional für unterwegs
  • Kamera – Speicherkarte & Ersatz-Akkus
  • Ladekabel – fürs Smartphone, Kamera & weiteres
  • Powerbank – falls dir der Strom ausgehen sollte
  • Kopfhörer – für Musik, Hörbücher & Podcasts

🤿 Sonstiges

Unter Sonstiges fallen alle Gegenstände, die ich nicht anders einordnen konnte. Wie in den anderen Kategorien auch, sind hier nur die Basics aufgeführt und du kannst deine persönlichen Gegenstände individuell ergänzen.

  • Reiseführer – am besten in digital Form
  • Karabiner – zum Aufhängen des Backpacks 
  • Ohrstöpsel – es gibt schnarchende Backpacker:innen
  • Schlafmaske – falls jemand länger wach bleibt
  • Wasserflasche – spart dir sehr viel Geld beim Reisen
  • Zahlenschloss – für die Schließfächer in den Unterkünften
  • Reiseadapter – damit du alle Steckdosen nutzen kannst
  • Reisetagebuch – zum Festhalten all deiner Erlebnisse
  • Gepäcketikett – mit der Anschrift des nächsten Hostels

📗 Reiseführer

Ein Reiseführer lohnt sich, da du einen guten Überblick über das Land bekommst. Neben aktuellen Informationen über Unterkünfte gibt es Veranstaltungen und vieles mehr. Ein Reiseführer ist allerdings nicht Pflicht, sondern eher ein einfacher Weg, schnell und kompakt an Informationen zu kommen. Reiseblogs reichen meiner Meinung nach vollkommen aus, sich über die jeweiligen Länder oder Städte zu informieren. Der Vorteil bei einem Reiseführer ist, dass die Informationen alle zwei Jahre aktualisiert werden und du immer das volle Spektrum an Informationen erhältst. Wie du kostenlose Reiseführer bekommst, erkläre ich in diesem Beitrag.

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Ein Reiseführer kann deine Reise erleichtern, ist aber zusätzliches Gepäck. © Austin Distel

Bei den meisten Reiseblogs, meinem eingeschlossen, wird mehr über Aktivitäten berichtet, die der Blogger mag und die dir eventuell nicht gefallen. Ich selbst liebe Fotografie und erwähne immer ein Fotomuseum in meinen Beiträgen, dafür lasse ich manchmal die bekannten Sightseeing-Orte aus. Möchtest du keinen Reiseführer nutzen, musst du einen Reiseblogger finden, der zu dir passt.

Gedruckt oder Digital

Lohnt sich ein Reiseführer in Papierform eigentlich noch, wenn es diesen günstiger in digitaler Form gibt? Jein, ein gedruckter Reiseführer lädt zum Durchblättern ein und es können per Zufall Orte entdeckt werden. Gerade bei der Routenplanung ist eine gedruckte Karte deutlich besser. Zudem ist die gedruckte Version jederzeit verfügbar und funktioniert auch ohne Strom. Ein Nachteil ist das extra Gewicht im Rucksack und er nimmt Platz im Reisegepäck ein. Bei Reiseführern musst du dir selbst überlegen, ob du eine gedruckte oder digitale Version mitnimmst.

🤦🏼‍♂️ Unnötiges

Es gibt einige Backpacking-Packlisten, die leider nicht zu empfehlen sind, da sie einige unnötige Dinge enthalten. In einer Packliste habe ich gelesen, dass ein Wecker mitgenommen werden soll, obwohl heute jedes  Smartphone einen Wecker integriert hat. In einer anderen Liste wird ein Flaschenöffner und eine Schwimmbrille empfohlen. Ernsthaft!? Wer als Backpacker:in unterwegs ist und im Notfall eine Flasche nicht ohne Flaschenöffner aufbekommt, der sollte lieber zuhause bleiben und schwimmen gehen. Mit Schwimmbrille natürlich! Kleiner Spaß, aber es gibt wirklich viel unnützes Zeug, das du getrost Zuhause lassen kannst. Hier einige Beispiele: 

  • Wecker – jedes Smartphone besitzt einen
  • Rucksacknetzschloss – absolut überflüssig
  • Waschbeutel – es gibt einfachere Möglichkeiten
  • Astronautennahrung – zu teuer für Backpacking
  • Geldgürtel – es gibt bessere Versteckmöglichkeiten

🧳 Richtig packen

Die richtige Menge an Gepäck einzupacken ist gar nicht so einfach, aber diese Packliste liefert dir einen guten Richtwert für deine Backpacking-Reise. Dabei spielt es keine Rolle, wie lange du unterwegs bist. Ergänze diese Packliste nach Belieben oder lass einfach einige Gegenstände weg. Du wirst sicherlich innerhalb der ersten Reisetage feststellen, dass du etwas vergessen hast. Das ist jedoch kein Problem, da du dir alles leihen oder zur Not auch selbst kaufen kannst. Das ist besser, als am Ende der Reise festzustellen, dass du zu viel Unnötiges mitgeschleppt hast und deswegen nicht flexibel reisen konntest. Daher lieber zu wenig einpacken als zu viel.

Tipp: Ein sehr guter Backpacking-Trick ist es, beim Packen einen leeren Schuhkarton mit in den Rucksack zu stellen. Vor dem Reiseantritt entfernst du ihn wieder und schon hast du ein Stückchen Reserve-Freiraum in deinem Rucksack – zum Beispiel für Souvenirs.

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Tipps zum richtigen Einpacken von Kleidungsstücken. © Flughafen Heathrow

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